Montag, 20. Januar 2014

Episode: Rastas

Die Variationen von Flechtfrisuren, die vor allem von den Frauen, manchmal aber auch von Männern, getragen werden, sind ganz schön beeindruckend. Also wollte ich auch selbst einmal die Erfahrung machen wie es sich wohl so anfühlt Rastas zu haben. Zudem haben die den Vorteil, dass sie die einzelnen Haare zusammenhalten, sodass sie nicht immer in der verschwitzten Stirn oder im verschwitzten Nacken kleben. Ich fragte also Mama Soori nach Rat. Vor unserer Haustür befindet sich ja eine Art Garage, von der aus zwielichtige Benzingeschäfte betrieben werden, und deren Arbeiter hier zum Hof mit dazu gehören. Mama rief einen von ihnen zu uns, der ein Massai ist und wir machten aus, dass er am nächsten Tag meine Haare machen sollte. Ich sollte nur die Kunsthaare kaufen gehen und dann würde er das erledigen. Etwas überrumpelt davon, dass alles dann doch recht schnell ging, fragte ich mich also "Wo bekomme ich Kunsthaare her?"
Das Kaufen der Haare war dann auch so eine Erfahrung für sich und führte dazu, dass Doa und ich eine kleine 2 Stündige Wanderung unternahmen (im Nachhinein hätten wir es auch bedeutend einfacher haben können :) ). Es war schon ein merkwürdiges Gefühl mit einer schwarzen Plastiktüte voller Haare herumzulaufen!
An nächstem Tag sollte es also so weit sein...und ich wartete...und wartete...nach einiger Zeit ging ich rüber zu Mama S., die dann ihren Sohn bei dem Massai anrufen ließ nur um herauszufinden, dass dieser zu müde war um zu kommen und verschlafen hatte (vermutlich hatte er die ganze Nacht gearbeitet). Als ich mich gerade damit abgefunden hatte, dass es wohl einfach nicht sein sollte, wurde ich gerufen, auf ein Motorrad gesetzt und nach Sinza gefahren (eine Art Markt-/Shopviertel ganz in der Nähe). Dort war ein kleiner Laden, vor dem einige Massai chillten. Mein Fahrer übernahm für mich die Kommunikation und verhandelte den Preis, was sehr lieb von ihm war, und dann, ohne dass weiter mit mir gesprochen wurde, wurde ich auf ein Kissen auf dem Boden verfrachtet und um mich herum setzten sich 4 Massai auf die omnipräsenten Plastik-Gartenstühle - und los gings! 4 Stunden hat das ganze gedauert. 4 Stunden, in denen aus allen Richtungen an den Haaren gezogen wurde! Und ich kann euch sagen: schmerzfrei ist das ganze nicht. Und es hört auch 2 Tage danach nicht auf zu ziepen....

In process:


Nun hatte ich also meine ersehnten Rastas! :) und plötzlich waren meine Haare gut 30cm länger als zuvor!

Ich mochte meine Rastas, nur leider sind meine glatten Haare nicht dazu geeignet sie lange zu tragen. bereits nach 2 Wochen rutschten die oberen heraus und so begann das ganze etwas räudig auszusehen...nach 3 Wochen beschloss ich dann sie herauszunehmen. Ein Akt für sich! :) Ich hatte zwar im Hellen begonnen, aber das ganze dauerte auch wieder 3-4 Stunden, obwohl mir Basti und Doa so lieb geholfen haben! Und dann war natürlich der Strom ausgefallen, sodass wir bei Kerzenlicht im Wohnzimmer saßen und fleißig Zöpfen rausdrehten und das Kunsthaar von meinem echten Haar trennten....



Danach blieb ein riesen Haufen Kunsthaar auf dem Tisch und eine erschöpfte Hannah mit ganz eigenartigen Haaren zurück! =)
 Und nach dem ersten Mal danach bürsten der erschreckende Moment: dieser Batzen Haare blieb in der Bürste hängen! ahhhh! Aber halb so wild, ich habe noch genug davon ;)

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