Montag, 20. Januar 2014

Ein verrückter Sonntag

Skurril. Das würde auch passen...Ein Mädel mit riesigen Ohrringen sprach mich auf dem Campus an, ob ich nicht Lust hätte zu einer Modenschau am Wochenende zu kommen. Na klar! Doa und ich also ins bajaji und los. Zu Hause war eh der Strom weg und dann macht das keinen Spaß in der Bude =) Nach einigem hin und her und nach dem Weg fragen haben wir dan auch das Havana Cafe gefunden, wo das ganze unter dem Namen "High Fashion Tea" stattfinden sollte. Mansollte dazu sagen, dass wir im Bonzenviertel unterwegs waren, wo riesige Luxushotelanlagen stehen. Das war ein Kulturschock kann ich euch sagen, der mit Gefühlen des Ekels einherging. Kurz: Doa und ich fühlten uns absolut fehl am Platz. Die Frauen waren in schicken Kleidern und Highheels gekleidet, es gab Häppchen und Weißwein (der gar nicht lecker war) und das Cafe war mit Stühlen ausgestattet, die auch von Harald Glööööckner hätten sein können und an den Wänden waren Wandtatoos, die Orchideen abbildeten angebracht. Nach einer ganzen Weile des Sehens und Gesehenwerdens ging dann auch mal die Modenschau los, die mir dann sehr symphatisch war. Einige lokale Designer hatten Kollektionen kreiert, die von etwa 8 Models vorgeführt wurden. Die Models waren Frauen in sehr unterschiedlichen Formen und Größen: Von der schwangeren Mama bis hin zur dürren "Hippe" =) Sehr symphatisch!

Doa und ich beim probieren unseres Werbegeschenkes: Ein glitzernder Lipgloss! :D



Häppchen

Die Models




Hmmmhmmm...eeehhheeee...ich nehme das Weintrinken sehr ernst ;)

 Nach der Veranstaltung wollten wir eigentlich etwas essen gehen, hatten aber vergessen, dass Sonntag war und an diesem Tag die meisten Restaurants in Dar geschlossen haben...schade! Wir sind dann Ewigkeiten mit verschiedenen bajajis herum und suchten...irgendwann waren wir einfach nur noch hungrig und müde und mussten aber auf unseren bajaji-Fahrer warten, der kam und kam nicht, weil er uns falsch verstanden hatte und an einem ganz anderen Ort auf uns wartete! Es wurde dunkel und wir bekamen schiss, mein handyakku ging aus, sodass wir ihn nicht mehr anrufen konnten. Wir gingen zur Hauptstraße um nicht mehr so abgeschieden im Dunkeln zu stehen (Nachdem uns ein in einem Jeep fahrende weiße Frau gewarnt hatte, dass die Gegend nicht sicher sei). Irgendwann konnte ich mein Handy wenigstens so lange anmachen um Doa die Nummer unseres Fahrers zu geben. Nach zahlreichen Gesprächen, unter anderem mussten wir das Handy wildfremden geben, damit die auf swahili erklären konnten wo wir eigentlich sind, haben wir zusammengefunden! Puh! Wir fragten dann ob er nicht irgendetwas kennen würde, wo wir was zu essen bekämen und er organisierte und Chipsi Kuku. Mann war das lecker! Und: schöner Kontrast: von High Fashion zu Grillhühnchen mit Pommes! :D





Episode: Rastas

Die Variationen von Flechtfrisuren, die vor allem von den Frauen, manchmal aber auch von Männern, getragen werden, sind ganz schön beeindruckend. Also wollte ich auch selbst einmal die Erfahrung machen wie es sich wohl so anfühlt Rastas zu haben. Zudem haben die den Vorteil, dass sie die einzelnen Haare zusammenhalten, sodass sie nicht immer in der verschwitzten Stirn oder im verschwitzten Nacken kleben. Ich fragte also Mama Soori nach Rat. Vor unserer Haustür befindet sich ja eine Art Garage, von der aus zwielichtige Benzingeschäfte betrieben werden, und deren Arbeiter hier zum Hof mit dazu gehören. Mama rief einen von ihnen zu uns, der ein Massai ist und wir machten aus, dass er am nächsten Tag meine Haare machen sollte. Ich sollte nur die Kunsthaare kaufen gehen und dann würde er das erledigen. Etwas überrumpelt davon, dass alles dann doch recht schnell ging, fragte ich mich also "Wo bekomme ich Kunsthaare her?"
Das Kaufen der Haare war dann auch so eine Erfahrung für sich und führte dazu, dass Doa und ich eine kleine 2 Stündige Wanderung unternahmen (im Nachhinein hätten wir es auch bedeutend einfacher haben können :) ). Es war schon ein merkwürdiges Gefühl mit einer schwarzen Plastiktüte voller Haare herumzulaufen!
An nächstem Tag sollte es also so weit sein...und ich wartete...und wartete...nach einiger Zeit ging ich rüber zu Mama S., die dann ihren Sohn bei dem Massai anrufen ließ nur um herauszufinden, dass dieser zu müde war um zu kommen und verschlafen hatte (vermutlich hatte er die ganze Nacht gearbeitet). Als ich mich gerade damit abgefunden hatte, dass es wohl einfach nicht sein sollte, wurde ich gerufen, auf ein Motorrad gesetzt und nach Sinza gefahren (eine Art Markt-/Shopviertel ganz in der Nähe). Dort war ein kleiner Laden, vor dem einige Massai chillten. Mein Fahrer übernahm für mich die Kommunikation und verhandelte den Preis, was sehr lieb von ihm war, und dann, ohne dass weiter mit mir gesprochen wurde, wurde ich auf ein Kissen auf dem Boden verfrachtet und um mich herum setzten sich 4 Massai auf die omnipräsenten Plastik-Gartenstühle - und los gings! 4 Stunden hat das ganze gedauert. 4 Stunden, in denen aus allen Richtungen an den Haaren gezogen wurde! Und ich kann euch sagen: schmerzfrei ist das ganze nicht. Und es hört auch 2 Tage danach nicht auf zu ziepen....

In process:


Nun hatte ich also meine ersehnten Rastas! :) und plötzlich waren meine Haare gut 30cm länger als zuvor!

Ich mochte meine Rastas, nur leider sind meine glatten Haare nicht dazu geeignet sie lange zu tragen. bereits nach 2 Wochen rutschten die oberen heraus und so begann das ganze etwas räudig auszusehen...nach 3 Wochen beschloss ich dann sie herauszunehmen. Ein Akt für sich! :) Ich hatte zwar im Hellen begonnen, aber das ganze dauerte auch wieder 3-4 Stunden, obwohl mir Basti und Doa so lieb geholfen haben! Und dann war natürlich der Strom ausgefallen, sodass wir bei Kerzenlicht im Wohnzimmer saßen und fleißig Zöpfen rausdrehten und das Kunsthaar von meinem echten Haar trennten....



Danach blieb ein riesen Haufen Kunsthaar auf dem Tisch und eine erschöpfte Hannah mit ganz eigenartigen Haaren zurück! =)
 Und nach dem ersten Mal danach bürsten der erschreckende Moment: dieser Batzen Haare blieb in der Bürste hängen! ahhhh! Aber halb so wild, ich habe noch genug davon ;)

Huihuihui!

Da bin ich mal wieder! :) Und jetzt sind es nur noch 8 1/2 Wochen bis ich wieder in die traute Heimat zurückkehre! Verrückt wie schnell die Zeit verfliegt!Noch 56 Tage und dann stehe ich auf einmal in Hannover und werde mir vermutlich den Hintern abfrieren.
Wie überall hat die Zeit hier ihre Höhen und Tiefen und so sehr ich mich freue und dankbar bin, dass ich diese Erfahrung machen konnte - so langsam setzen mir die Hitze und die ständigen Strom- und Wasserausfälle doch zu. Vor allem seit Jonas weg ist, ist das Heimweh größer als zuvor und gleichzeitig geht die Zeit zu schnell...ich wollte doch noch so viel unternehmen und leisten!
So. Genug der Duselei! Ich habe ja schließlich noch einiges aufzuholen! ;) Also ran an den Speck! Hier kommen noch einige Fotos in den nächsten Posts!

Montag, 11. November 2013

Sansibar - Michamvi

In Michamvi gibt es nicht ganz so viele Touristen und da es noch nicht Hochsaison war, war es dort sehr ruhig. Mit dem Taxi von Stonetown haben wir so 1 bis 1 1/2 Stunden gebraucht. Die Taxifahrt war der Knüller! Das Vehikel gestaltete sich als ein busartiger Kombi und der Fahrer hat während der gesamten Fahrt ein Celine Dion Album gehört...wir haben ihn sogar beim Mitsingen erwischt, was besonders lustig war, weil er ein seeeehr cooler Typ zu sein schien =).
Ich genieße es immer während den Fahrten aus dem Fenster zu schauen und mich von den Eindrücken berieseln zu lassen. Manchmal würde ich dann am liebsten anhalten und mal kurz fragen "Was macht ihr eigentlich da? Könnt ihr mir das erklären?"
Als wir in unserem Hotel ankamen, stellte sich heraus, dass wir einen eigenen kleinen Bungalow beziehen konnten. Es war so schön dort, das man quasi sofort die Entspannung spüren konnte. Die Besitzer, oder zumindest die Leute, die dort arbeiteten waren recht skurrile Rastas. Da wir recht spät am Nachmittag ankamen, hatten wir gerade noch genug Zeit ein Bierchen zu holen, zum Strand zu laufen und den letzten Rest des Sonnenuntergangs zu genießen....


Danach aßen wir zu Abend und kümmerten uns um eine Flasche Konjagi. Die Rastas gesellten sich zu uns und verwickelten uns in absurde Gespräche. Man man man: "Marihuaana - ist nicht guta - Mache dir, die Futte kaputte". Die lebten wirklich auf einem anderen Stern. Waren aber sehr nett. Während wir dort saßen hörten wir die Bushbabys schreien, diese sagenhaft niedlichen Geschöpfe! Leider konnte ich keines sehen...
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag schon wieder nach Stonetown fahren, aber wir schliefen dann doch lieber aus und blieben noch eine Nacht länger.

Morgens unter dem Vordach unseres Bungalows:

Tagsüber machten wir einen kleinen Strandspaziergang. Plötzlich rief uns so ein kauziger Typ von der Seite an, begrüßte uns und sagte er habe ein Restaurant gleich um die Ecke, wir sollten doch bei ihm vorbeikommen! Wir verschoben das auf später und gingen erstmal weiter, bis wir an den Rand eines Mangrovenhains kamen.








Es war sehr heiß und der Sand blendete, aber es war so schön dort! Wir entschlossen uns auf dem Rückweg bei Chef Jay Jay (so hieß der Kauz) vorbeizuschauen, da er uns nochmal begegnete, wie er von einem Fischer gerade frische gefangene Calamaren entgegennahm und diese uns zu essen anbot. Was für ein Gastronomie-Erlebnis! Unter kleinen Palmenblatt-Dächern konnte man in kleinen Gruppen sitzen, nur war außer uns niemand da! Der Chef musste auch erstmal fürs kochen einkaufen gehen, da er nur Bier da hatte. Das kam uns eigentlich ganz gelegen, also tranken wir erstmal eine kaltes Kilimanjaro Bier, machten mit meinem Handy Musik an und warteten. Irgendwann kam Jay Jay auch zurück und brachte Wasser und fing an zu kochen. Leider war das Essen nicht allzu gut...Er setzte sich noch ein bischen zu uns, um sich mit uns zu unterhalten, und dachten: "Mensch, das ist aber ein netter Typ" - bis wir dann zahlen wollten. So viel Geld hatten wir gar nicht dabei und mussten deshalb später nochmal zurückkommen um den Rest zu bezahlen. Man, hat der uns über den Tisch gezogen. Ich weiß nicht mehr wie viel genau wir bezahlt haben, aber wir mussten danach arg mit dem Geld kalkulieren, da es dort keinen ATM gab, und das Taxi, das uns zurück nach Stonetown brachte, musste uns zu einem Geldautomaten bringen, damit wir es bezahlen konnten!
Es war übrigens der gleiche Taxifahrer, wie auf der Hinfahrt, nur lief diesmal nicht Celine Dion...Schade! =)


Sonnenuntergang Michamvi die Zweite:




Samstag, 9. November 2013

Sansibar

Anfang Oktober waren Doa und ich 4 1/2 Tage auf Sansibar, in Stone Town und in Michamvi.
Mit der Fähre fährt man von Dar es Salaam los. azam
ist eine Firma, die alles mögliche herstellt und einem mittlerweile sehr, sehr, sehr reichen Mann gehört: von Eiscreme, bis Cola, bis hin zu den Fähren, die nach Sansibar übersetzen - alles azam; azam ist überall.
Den ersten lustigen Moment hatten wir schon, als wir unsere Tickets gekauft und unsere Boardingkarte bekommen haben. Wir buchten zwar economy, wurden aber als Wazungu automatisch in die Buisness Class gesteckt. Wir bekamen eine gelbe Plastik-Boardingcard aud der stand: azam Quality Service - Foreigner Only - We care for you.
Die Fähre fährt super schnell und der Seegang ist nicht ohne, sodass einem recht schlecht werden kann und die Fahrt dauert 1 1/2 bis 2 Stunden. Wenn man dann allerdings die Küste Sansibars entdeckt, ist das ein sehr befreiendes Gefühl. Das Wasser dort hat eine ganz andere Farbe - es ist viel blauer, fast grün.


Leolein hat uns vom Hafen abgeholt und wir konnten mit ihr ein Zimmer teilen. Nachdem wir unsere Sachen weggebracht haben, sind wir zunächst ins Stonetown Cafe und haben Kaffee getrunken und Avocado-Sandwiches gegessen. Super süßes Cafe und Stonetown mit seinen verwinkelten Gassen war uns sofort symphathisch.Wenn man aus Dark kommt ist es super schön mal eine andere Art von Geschäftigkeit zu erleben...Danch sind wir weiter ins ins Afrika Haus gegangen um dort in der Sunset Bar auf der Dachterasse Bier zu trinken und den Sonnenuntergang zu betrachten:












Samstag, 2. November 2013

Bagamoyo - der letzte Tag

Am Sonntag, unserem letzten Tag in Bagamoyo, haben wir leichten Herzens aus unserem Hostel ausgecheckt und wollte dann eigentlich gerne im Poa Poa (gut gut) Restaurant frühstücken. Am Tag zuvor hatten wir dort sehr lecjere Chapati-Wraps gegessen und fanden es dort sehr schön...leider hatte es am Sonntag Ruhetag, sodass wir dann wo anders hingegangen sind...das war zwar längst nicht so lecker, aber es ging ;)
Dann: Beachi Day bis zur Abfahrt am frühen Nachmittag =) Der Strand in Bagamoyo ist sehr schön!
Am Busbahnhof haben wollten wir dann noch etwas zu Mittag essen und sind deshalb in einer kleinen Hütte eingekehrt. Dort sah es eigentlich gar nicht so aus, als ob es etwas zu essen gäbe, aber es gab Reis mit Bohnen und es war sooo lecker! =)